StifterinDie Stifterin, Carmencita Hartwig wurde 1946 am Niederrhein als drittes von sechs Kindern geboren.
Nach dem naturwissenschaftlichen Studium ging ich 1969 für ein Jahr als Lehramtsassistentin an ein Pariser Lycée, um die französischen Schüler auf vielfältige Weise mit der deutschen Sprache und Kultur vertrauter zu machen.
Anschließend unterrichtete ich viele Jahre an der Halske-Schule in Berlin Siemens-Stadt. Mit unserer sechsjährigen Tochter zog die Familie nach Oberfranken. Wegen zunehmender gesundheitlicher Beeinträchtigung konnte ich dort meine Lehrtätigkeit nicht wieder aufnehmen. Daher engagierte ich mich ehrenamtlich u.a. in der schulischen und außerschulischen Betreuung von Aussiedlerkindern aus Polen und Russland.
Durch den frühen Tod meines Vaters und später den Tod meines jüngsten Bruders sowie einer guten Freundin, die ich begleitete, waren die Themen Krankheit, Sterben und Abschiednehmen immer wieder Lebensthemen und führten mich zur Hospizarbeit.
1995 gründete ich mit Gleichgesinnten den Hospizverein Coburg e.V., den ich dann fast 15 Jahre als 1. Vorsitzende leitete. Um die Hospizarbeit in Coburg Stadt und Land verantwortlich aufzubauen, war mir die qualifizierte Schulung und Begleitung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern immer ein besonderes Anliegen. So konnte ich in meinen Kursen mehr als 150 interessierten Menschen die Hospizidee nahe bringen und zu Hospizbegleitern befähigen. Durch eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen u.a. auch durch Projektarbeit in Schulen wuchs der Hospizgedanke weit über Coburgs Grenzen hinaus. Mein Engagement auf Landes- und Bundesebene führte 2007 zu meiner derzeitigen Funktion als stellvertretende Vorsitzende im Bayerischen Hospiz- und Palliativverband.
Auf Grund meiner Erfahrung in der Hospizarbeit bin ich derzeit an der Einrichtung eines Ethik-Beirates in einem Seniorenzentrum beteiligt. Dort leitete ich auch einen Qualitätszirkel für Mitarbeiter zum Thema „Abschiedskultur im Pflegeheim“. Für mich ist es eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe geworden, das Sterben wieder ins Leben zu holen – denn auch Sterben ist Leben, das gestaltet werden will.
In privaten Umbruchphasen durfte ich voller Dankbarkeit die Unterstützung von Menschen erfahren, die mir den Blick für neue Lebensperspektiven öffneten.
So reifte die Idee, auch anderen Menschen in Umbruchsituationen eine professionelle Unterstützung – sei es ehrenamtlich oder hauptamtlich - zukommen zu lassen. Ich freue mich dank einer Erbschaft nun mit der Stiftung inVITAtio einen Grundstein dazu gelegt zu haben und hoffe, dass sie vielen Menschen die Möglichkeit gibt, in ausweglos erscheinenden Situationen neuen Lebensmut zu fassen und zu erfahren, dass trotz ungünstiger Rahmenbedingungen ein Leben in Würde bis zuletzt möglich sein kann. Ich will außerdem Menschen ermutigen und unterstützen, neue Lebens- und Wohn-Konzepte besonders für Menschen im letzten Lebensabschnitt zu entwickeln.